Gewalt an indigenen Frauen in Nordamerika

Wann:
2. Dezember 2019 um 20:00
2019-12-02T20:00:00+01:00
2019-12-02T20:15:00+01:00
Wo:
Carl Schurz Haus Freiburg
Eisenbahnstr. 48-52
79098 Freiburg

Vortrag und Film

Jeden dritten Tag wird in Kanada eine Frau ermordet – weil sie eine ‚Indianerin‘, eine Indigene ist.
In den USA waren – und sind – indigene Frauen ebenfalls systematischer Gewalt ausgesetzt: die Zahl ‚verschwundener‘, oft vergewaltigter und ermordeter indigener Frauen geht in die Hunderte.

Einen anderen Aspekt der Gewalt zeigt die Dokumentation „Ama“ (USA, 2018) der britischen Regisseurin Lorna Tucker. Sie porträtiert die Dineh (Navajo)-Aktivistin Jean Whitehorse, die das Schicksal tausender indigener Frauen in den 1960ern und 70ern in den USA teilen musste: Sie wurde sterilisiert – ohne ihre Kenntnis oder Zustimmung. Für das Volk der Dineh ist die Familie der größte Reichtum, doch dieser wurde genommen.

Auch im 21. Jahrhundert setzt sich diese Form der Gewalt an indigenen Frauen fort: In jüngster Vergangenheit wurden offensichtlich indigene Frauen in Kanada’s Provinz Saskatchewan gegen ihren Willen sterilisiert. Ein Gerichtsverfahren ist anhängig.

Grundlegende Menschenrechte werden fortgesetzt massiv verletzt.

Die Einführung von Monika Seiller (Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte, München) beleuchtet die Hintergründe der Gewalt an indigenen Frauen in den USA und Kanada: Sie ist Ausdruck eines systemischen Rassismus und Erbe der Kolonialisierung, die sich in Marginalisierung, Vergewaltigung und tausendfachem Mord an indigenen Frauen manifestiert. „Völkermord“ lautete das Urteil einer kanadischen Untersuchungskommission im Juni 2019.

Im Anschluss an den Film stehen die Organisatoren für Fragen und Diskussion zur Verfügung.

Referentin: Monika Seiller, Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte e.V., München

Veranstalter: MENSCHENRECHTE 3000 e.V., Freiburg
Kooperationspartner: Carl-Schurz-Haus – Deutsch-Amerikanisches Institut e.V. und Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte e.V.

Die Referentin:
Monika Seiller engagiert sich seit Jahrzehnten für die Rechte der Indigenen, für die First Nations Nordamerikas und besonders für die Rechte der indigenen Frauen. Unter anderem ist sie in verschiedenen
Gremien der UNO tätig und gibt vierteljährlich die Zeitschrift „Coyote“ heraus.

Die Veranstaltung ist Teil der Aktionswochen 16 Tage Stopp Gewalt gegen Frauen.