Freiburger Afrikagespräche

Wann:
10. Dezember 2019 um 20:15
2019-12-10T20:15:00+01:00
2019-12-10T20:30:00+01:00
Wo:
Universität Freiburg, KG I, Hörsaal 1099

Southern Africa and the Election Year 2019 – A further step towards deepening democracy or a missed opportunity?

Im Jahr 2019 fanden im südichen Afrika (Südafrika, Namibia, Botswana, Malawi, Mosambik) Kurswahlen statt. Wenn sich die Prognosen für das Ergebnis der Wahlen in Namibia am 27. November bestätigen, könnten wir feststellen, dass in all diesen Ländern die amtierenden Präsidenten oder Regierungen wiedergewählt werden. Ist dies als Schritt zur weiteren Demokratisierung zu verstehen oder als verpasste Gelegenheit, alte Pfadabhängigkeiten aufzugeben? In Südafrika gewann der ANC einen weiteren, diesmal jedoch nicht überzeugenden, Wahlsieg. Die „New Dawn“-Versprechen von Präsident Ramaphosa für Wirtschaftswachstum und Korruptionsbekämpfung wurden bisher nicht mit der gewünschten Wirksamkeit umgesetzt, nicht zuletzt aufgrund von innerparteilichen Streitigkeiten innerhalb des ANC. Gleiches gilt für Debatten, die sich auf Enteignung ohne Entschädigung, dysfunktionale Staatsunternehmen und soziale Unruhen konzentrieren. Die jüngsten Entwicklungen in der größten Oppositionspartei, der DA, werfen neue Fragen über die Rolle der Oppositionsparteien und die Bildung von Koalitionen in einem dominanten (Ein-)Parteienstaat auf. Die Nachbarländer Namibia, Botswana und Mosambik sind von den Entwicklungen in Südafrika sowohl wirtschaftlich als auch politisch betroffen. Politisch bewegen sich die bisher ununterbrochen regierenden ehemaligen Befreiungsbewegungen zwischen wirtschaftlichen und demokratischen Reformen auf der einen Seite, und der rücksichtslosen Stärkung ihrer Macht auf der anderen Seite. Diese Themen, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklungen in Südafrika und Namibia, werden mit unseren beiden Diskussionsteilnehmern diskutiert.

Referent*innen: Professor Roger Southall (Department of Sociology, Wits University Johannesburg, South Africa / Editor of „Elections 2019“ and „The New Black Middle Class in South Africa“) und Professor Joseph Diescho (Visiting Professor at the Institute of International Humanitarian Law, University of Bonn / Former Chairman of the Namibia Institute of Public Administration and Management (NIPAM) and Speechwriter of Nelson Mandela)

Eine Veranstaltung des Arnold-Bergstraesser-Institut in Zusammenarbeit mit dem Colloquium Politicum der Universtität Freiburg und der Konrad-Adenauer-Stiftung.