Anti-asiatischer Rassismus: Formen, koloniale Kontinuitäten und Widerstände

Internationale Wochen gegen Rassismus

Online-Workshop von Korientation e.V. mit Minh Anh Bùi und Akiko Rive
Freitag, 26. März, 17.00-19:30 Uhr

Im Workshop setzen sich die Teilnehmer*innen mit unterschiedlichen Formen von anti-asiatischem Rassismus auseinander und erfahren, welche rassistischen Bilder und Narrative im Kontext von COVID-19 aufgegriffen und reproduziert werden. Inwiefern haben diese Bilder einen kolonialhistorischen Hintergrund? Zudem wird besprochen was ‚asiatisch‘ überhaupt heißen soll und wie es in der medialen Berichterstattung dargestellt wird. Dabei soll im Blick behalten werden, dass es in Deutschland schon immer asiatische Menschen und Gruppen gab, die antikolonialen, feministischen und rassismuskritischen Widerstand gegen Unterdrückung geleistet haben.

Zu den Personen: Minh Anh Bùi ist politische Bildnerin mit Fokus auf rassismuskritischen Inhalten, studiert Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig und ist aktives Mitglied bei korientation e.V., einem Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven mit einem gesellschaftskritischen Blick auf Kultur, Medien und Politik.
Akiko Rive ist freie Bildungsreferent*in und arbeitet zu Rassismuskritik, Queerfeminismus, Intersektionalität, Empowerment und Powersharing und schließt derzeit den Master in Empowerment Studies (Gesellschaftspolitik) ab.

Anmeldung unter: fernsicht@iz3w.org

  

Angst um die Vormachtstellung. Über Antifeminismus bei Corona-Verschwörungserzählungen

Internationale Wochen gegen Rassismus

Online-Vortrag von Rebekka Blum, iz3w Freiburg
Donnerstag, 25. März, 17.00-19.00 Uhr

Seit Mitte der 2000er Jahre sind die Beschwörungen von “Gender-Ideologie”, “Erziehung zum Einheitsmenschen” und “feministische Weltverschwörung” mindestens unter AntifeministInnen in aller Munde. Im Vortrag zeigt Rebekka Blum die Gefahr des Antifeminismus als mobilisierende Bindeglied-Ideologie von konservativen, religiös-fundamentalistischen, maskulinistischen bis hin zu (extrem) rechten Bewegungen nach. Davon ausgehend geht sie auf aktuelle antifeministische Entwicklungen bei den verschwörungsideologischen Protesten gegen die Corona-Maßnahmen ein und zeigt die Verschränkung von Antifeminismus zu weiteren Ideologien wie Rassismus, völkischer Ideologie und insbesondere Antisemitismus auf. Der Vortrag verdeutlicht, dass es notwendig ist Antifeminismus als Bestandteil rechter Ideologie und gefährliches Phänomen ernst zunehmen und zu bekämpfen.

Zur Person: Rebekka Blum ist Soziologin, politische Bildnerin und Publizistin mit den Schwerpunkten Antifeminismus und (extreme) Rechte. Im Frühjahr 2019 ist ihr Buch „Angst um die Vormachtstellung. Zum Begriff und zur Geschichte des deutschen Antifeminismus“ bei Marta Press erschienen. Sie arbeitet beim iz3w und ist Mitglied im Netzwerk femPI (feministische Perspektiven und Intervention gegen die (extreme) Rechte).

Der Link zur Teilnahme wird zeitnah vor Veranstaltungsbeginn an dieser Stelle veröffentlicht.

Foto: Houmer Hedayat
  

Decolonize: Das Alexander-Ecker-Denkmal und die Uni Freiburg

Online-Veranstaltung mit Julia Rensing und Heiko Wegmann von freiburg-postkolonial und der Soziologin Manuela Boatcă von der Uni Freiburg
Dienstag, 16.03.2021, 18-20 Uhr

In der Albertstraße vor dem Anatomie-Gebäude befand sich seit 1890 ein Denkmal für Prof. Alexander Ecker (1816-1887). Er wurde damit bis vor wenigen Wochen geehrt, obwohl er sozialdarwinistische Positionen vertrat und sich in Kolonialgebieten menschliche Schädel und Skelette für seine Sammlungen beschaffte und „Rassen“-Kunde betrieb. Wer war Ecker, was hat es mit seiner Schädelsammlung auf sich und wo ist seine Büste heute? Wie sollte die Universität mit diesem Denkmal umgehen? Und wie haben sich koloniale Logiken in weitere universitäre Erinnerungsorte eingeschrieben, etwa bei der Inszenierung der Waldseemüller-Karte unter dem Broschüre-Titel „Amerika kommt aus Freiburg“?

Der Link zur Teilnahme wird zeitnah vor Veranstaltungsbeginn an dieser Stelle veröffentlicht.

  

Start: Internationale Wochen gegen Rassismus

Das Netzwerk respect! lädt ein zu Workshops, Vorträgen, Filmen, Diskussion und Vernetzung. Alles online, ohne Ansteckungsgefahr, dafür mit viel Kreativität und neuen Formaten. Das vollständige Programm finden Sie hier.

Die Corona-Pandemie hat unsere Welt noch immer im Griff. Auch die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ in Freiburg sind von der Pandemie geprägt. So werden alle Workshops, Vorträge, Filme und eine Party im digitalen Raum stattfinden. Aber auch inhaltlich setzen sich viele Referent*innen der Reihe mit den sozialen Folgen von Corona auseinander. Denn gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse werden durch die Pandemie sichtbarer und verschärfen sich. Parallel zum Virus verbreiten sich Verschwörungserzählungen, Antisemitismus und Rassismus. Die Veranstaltungsreihe des Netzwerks respect!, die vom 13. März bis zum 8. April 2021 online stattfindet, nimmt Bezug zu aktuellen Entwicklungen, beleuchtet die Hintergründe und zeigt Handlungsmöglichkeiten und Gegenstrategien auf.

Veranstalter*innen: Netzwerk für kritische Bildungsarbeit, respect!

Aktion Bleiberecht, Anarchistische Gruppe Freiburg, BiLan – Bildungsinitiative Lernen aus dem NSU-Komplex, Bretterbude, Eine Welt Forum Freiburg, Evangelische Erwachsenenbildung Freiburg, FAIRburg e.V., freiburg-postkolonial, Gegenargument, iz3w, Kommunales Kino Freiburg, korientation e.V., IN Zeitung, profamilia Freiburg, Radio Dreyeckland, Roma Büro Freiburg, Our Voice, Zeugen der Flucht e.V.

  

Von A wie Aluhut bis Z wie Zwangsimpfungen – Ein (praxisorientiertes) Training zum Umgang mit Verschwörungserzählungen

Internationale Wochen gegen Rassismus

Online-Workshop von Gegenargument
Dienstag, 23. März, 17.00-20.00 Uhr

In krisenhaften Zeiten haben Verschwörungserzählungen Hochkonjunktur. Nicht selten docken diese Erzählungen an antisemitische und demokratiefeindliche Argumentationen an. (Extrem) rechte und andere Akteure versuchen, die Unsicherheiten in weiten Teilen der Bevölkerung für ihre Zwecke zu nutzen und daraus Kapital zu schlagen. Im Workshop klären die Trainer*innen Begriffe, vermitteln grundlegendes Wissen über Verschwörungserzählungen und geben einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Akteure im Zuge der Corona-Krise. Der Schwerpunkt liegt auf der argumentativen Auseinandersetzung mit den Phänomenen.

Anmeldung unter: bildung@iz3w.org

  

Rassismus gegen Sinti und Rroma erkennen, benennen und entgegenwirken

Internationale Wochen gegen Rassismus

Im Workshop beschäftigen sich die Teilnehmer*innen mit der persönlichen und der strukturellen Diskriminierung von Sinti und Rroma. Es wird nicht darum gehen die vermeintliche Kultur der Sinti und Rroma zu erörtern, sondern sich in Eigenreflexion mit den Vorurteilen gegenüber einer Minderheit auseinanderzusetzen.

Zur Person: Ben Manuš Liehr arbeitet seit mehreren Jahren als außerschulischer Bildungsreferent. Außerdem ist er als Sozialpädagoge im offenen Kinder- und Jugendfreizeitbereich tätig. Zu seinen Schwerpunktthemen zählen Rassismus, Feminismus und Geschlechtervielfalt.

Anmeldung unter: bildung2@iz3w.org

  

Lernen aus dem NSU-Komplex – Zur Betroffenenperspektive in Bezug auf Rassismus und rechten Terror

Internationale Wochen gegen Rassismus

Online-Workshop mit BiLan
Freitag, 19. März, 10.00-13.00 Uhr

Der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ist ein Neonazi-Terrornetzwerk, das sich 2011 selbst enttarnte, nachdem es zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordet hatte, neun davon aus rassistischen Motiven. Zudem führte der NSU mindestens drei Bombenanschläge durch. Es ist kein Zufall, dass die breite Öffentlichkeit meistens nur die Namen der Täterinnen kennt, nicht aber die der Opfer und Betroffenen. Im Workshop beschäftigen sich die Teilnehmerinnen mit ihren Geschichten und setzen sich mit der Rolle von Medien und Behörden auseinander. Inwiefern haben sie die Aufklärung der Morde und Anschläge behindert – und tun sie das vielleicht noch heute?

Wir freuen uns auf eure Teilnahme! Für den Workshop ist kein Vorwissen nötig.

Anmeldung unter: fernsicht@iz3w.org

  

„Der zweite Anschlag“ (Deutschland, 2018)

Internationale Wochen gegen Rassismus

Online-Streaming mit digitalem Filmgespräch mit Mala Reinhardt (Regie) und Patrick Lohse, sowie dem Kommunalen Kino und dem iz3w

 


Protagonist*innen: Mai Phương Kollath, Ibrahim Arslan, Osman Taşköprü, Ayşe Güleç, Özge Pınar Sarp, Gülüstan Ayaz-Avcı
Buch und Regie: Mala Reinhardt
Deutschland 2018
Länge: 62 min.

Mit erschreckender Kontinuität wiederholen sich seit Jahrzehnten rassistisch motivierte Ausschreitungen, Angriffe und Morde in der Bundesrepublik Deutschland.
„Der zweite Anschlag“ dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen dieser Gewalt und stellt sie in den Mittelpunkt. In tiefgehenden Interviews entwickelt der Film ein präzises Bild der teils traumatischen Erlebnisse, welche die Protagonist*innen des Films durchlebt haben. Deren Geschichten werden in einer vielschichtigen Erzählweise zusammengeführt und eröffnen einen detaillierten Einblick in den Kampf migrantischer Communities gegen Rassismus in Deutschland.

Der Film ist ab 17. März, 18.00 Uhr für 24 Stunden abrufbar,
Anmeldung zum Filmgespräch unter: bildung2@iz3w.org

Der Link zur Sichtung des Films wird zeitnah vor Veranstaltungsbeginn an dieser Stelle veröffentlicht.

  

Umgangsformen mit Racial Profiling & rassistischer Polizeigewalt

Internationale Wochen gegen Rassismus

Online-Vortrag mit Markus Textor und dem Eine Welt Forum Freiburg
Dienstag, 30. März, 17.00-19.00 Uhr

Racial Profiling und rassistische Polizeigewalt bestimmen auch in Deutschland den Alltag vieler Menschen. Betroffene, Unterstützende und kritische Initiativen weisen schon seit Jahren auf diese Problematik hin. Seit dem Tod von George Perry Floyd, der am 25. Mai 2020 durch einen weißen Polizisten ermordet wurde, bekam die Debatte um rassistische Polizeigewalt eine neue Qualität. Mittlerweile dürfte auch hierzulande vielen bewusst sein, dass die Polizeipraxis Racial Profiling in Deutschland existiert und die Kritik daran immer größer wird. Im Vortrag wird erörtert, was unter Racial Profiling zu verstehen ist, wie es erfolgt und welche Rolle Gewalt darin einnimmt. Dabei wird auf aktuelle internationale und nationale Studien Bezug genommen, um im Anschluss zu klären, wie dem Phänomen begegnet werden kann.

Zur Person: Markus Textor forscht im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Pädagogischen Hochschule Freiburg zum Thema Racial Profiling und Polizeigewalt.

Anmeldung bis 28.03. unter: info@ewf-freiburg.de

  

4netzen: “Care Revolution als Transformationsstrategie”

Care Revolution als Transformationsstrategie – mit Dr. Gabriele Winker

Direkt zur Anmeldung

Das Thema Sorgearbeit betrifft alle von uns – im privaten, ehrenamtlichen oder beruflichen Kontext. Sei es die Pflege von Angehörigen, die Kindererziehung oder der Haushalt, sei es die Arbeit im Gesundheits-, Pflege- oder Erziehungsbereich  – das Thema berührt viele Fragen von Wertschätzung, Genderrollen und Wirtschaftsstrukturen. Nicht erst seit der Corona-Pandemie wird Sorgearbeit im Gesundheits-, Pflege- und Erziehungsbereich als systemrelevant diskutiert und gefordert, dass diese Bereiche gestärkt, finanziell und personell besser ausgestattet werden. Ist nach Corona schnell wieder alles vergessen oder kann die aktuelle Krise auch zu einer grundlegenden Änderung der Sorgearbeit beitragen?

Aktuell sind das Netzwerk Care Revolution und die Kampagne “Platz für Sorge” auch hier in Freiburg sehr aktiv, um die im Bereich der Sorgearbeit notwendigen Veränderungen anzustoßen und zu einer Aufwertung von Sorgearbeit beizutragen. Dazu gehören auch neue Strukturen und Verhältnisse zwischen Erwerbs- und Carearbeit. Denn zu Carearbeit gehören auch zivilgesellschaftliches, ehrenamtliches und politisches Engagement. Um hier aktiv sein zu können, braucht es aber ausreichende zeitliche, finanzielle und personelle Ressourcen. Diese durch eine Neuausrichtung der gesamten Carearbeit zur Verfügung zu haben, ist Teil der notwendigen Veränderungen.
Vor diesem Hintergrund sind die Ansätze von Care Revolution als Transformationsstrategie auch für die vielen Aktiven in den verschiedenen Nachhaltigkeits-, Klima-, Gerechtigkeits- und Wandelorganisationen von zentraler Bedeutung für die Weiterentwicklung ihrer eigenen Arbeit und ihrer eigenen Strategien.

Programm
19.00     Begrüßung & Einführung
19.10     Impulsvortrag, Fragen & Diskussion
Care Revolution als Transformationsstrategie mit Dr. Gabriele Winker

Dr. Gabriele Winker ist Sozialwissenschaftlerin und Mitbegründerin des Netzwerks Care Revolution. Sie ist bei Care Revolution Freiburg aktiv und in der Kampagne “Platz für Sorge”. Im März erscheint ihr neues Buch “Solidarische Care-Ökonomie. Revolutionäre Realpolitik für Care und Klima” im transcript Verlag.

20.00     Open Space mit Aktiven aus Vereinen und Gruppen – bringt gerne Themen mit, die Euch beschäftigen und zu denen Ihr Euch austauschen möchtet. Das könnte sein:

  • Eure Erfahrungen und Anliegen mit dem Schwerpunkt-Thema des 4netzen Treffens, also am 4. März zum Thema Sorgearbeit
  • ein Projekt, bei dem Ihr Unterstützung und/oder kollegialen Austausch brauchen könntet
  • eine Kampagne, die Ihr starten wollt und für die Ihr noch Unterstützer*innen sucht
  • Fragen der Projekt- oder Organisationsentwicklung, die Ihr diskutieren wollt
  • Ansätze und Skills, die Ihr teilen möchtet
  • Erfahrungen, die Ihr einbringen und über die Ihr gemeinsam mit anderen reflektieren möchtet

20:50 Abschlussrunde

21:00 Ende des Treffens

Anmeldung hier

Zugangsdaten: Die Zugangsdaten für die Veranstaltung werden Angemeldeten ca. 1-2 Tage vor der Veranstaltung zugeschickt. Wir verwenden Zoom, da dieses am stabilsten läuft. Die Videokonferenz wird nicht aufgezeichnet und wir haben die Datenschutzbestimmungen so strikt eingestellt, wie es möglich ist.

Zum Hintergrund: 4netzen ist ein regelmäßiges Austauschtreffen für Nachhaltigkeitsinitiativen in Freiburg. Alle Menschen sind herzlich eingeladen, die sich dafür engagieren, die Ziele Umwelt, Soziales und Wirtschaft unter einen Hut gebracht werden können – global und für künftige Generationen. Dadurch sollen Synergien geschaffen, Kooperationen erleichtert und Konkurrenz vermieden werden.

Das Treffen wird in Zusammenarbeit von Haus des EngagementsTreffpunkt FreiburgEine Welt Forum Freiburg und der Initiative Nachhaltigkeitsbüro Uni Freiburg organisiert.