In der öffentlichen Debatte um die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten stehen meist Sprachkenntnisse, bürokratische Hürden oder der Aufenthaltsstatus im Fokus. Rassismus wird hingegen nur selten als zentrales Thema adressiert. In seinem Vortrag zeigt Dr. Nikolai Huke (Universität Hamburg) auf, dass Rassismus ein grundlegendes Strukturprinzip ist, das die deutsche Arbeitswelt durchzieht und die Teilhabe Geflüchteter am Arbeitsmarkt systematisch behindert.
Dr. Nikolai Huke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg. Er forscht und publiziert schwerpunktmäßig zu Migrationspolitik, Arbeitsbeziehungen, politischer Teilhabe und sozialer Ungleichheit.
04. Mai 2026, ab 18:00 Uhr Ort: Hebelschule (Mensa), Engelbergerstraße 2, 79106 Freiburg i. Br.
Angesichts zahlreicher, sich beschleunigender, vom Menschen verursachter Krisen und der drohenden Eskalation von Gewalt auf lokaler und globaler Ebene werden die aktuellen politischen und akademischen Debatten im Globalen Norden von dem empfundenen Bedürfnis dominiert, „Unsicherheit“ im Rahmen eines fatalistischen und auf das Überleben ausgerichteten Szenarios zu begreifen – was Faschismus und Autoritarismus weiter begünstigt.
Der Vortrag hinterfragt dieses allgegenwärtige pessimistische Panorama. Im Gegensatz zu den fatalistischen und auf das bloße Überleben ausgerichteten Perspektiven im Globalen Norden praktizieren afrolatinx-, indigene und interdisziplinäre Bewegungen in den Amerikas seit langem eine relationale sowie kollektive Lebensgestaltung („Pervivencia“, dt. Fortbestehen) und widersetzen sich damit der Politik des Todes. In vielen Fällen sind indigene Gemeinschaften auch Teil des Staates geworden und haben so die Strukturen destabilisiert, die einen extraktivistischen und ausbeuterischen rassistischen Kapitalismus ermöglichen.
María Cárdenas ist Wissenschaftlerin und Dozentin an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt sowie assoziierte Wissenschaftlerin am Peace Research Institute Frankfurt. Seit 2017 arbeitet sie eng mit verschiedenen indigenen und afrokolumbianischen Organisationen in Kolumbien zusammen und begleitet diese in ihrem Engagement für die Dekolonialisierung des Friedens- und Staatsaufbaus. Darüber hinaus war sie als Beraterin für kontextsensitives Friedenskonsolidierung in Osttimor, Kolumbien und Deutschland tätig.
Pascale Goldenberg (Französin) erzählt von Ihrer Initiative für Frauen in Afghanistan.
Als Französin lebe ich bereits länger in Freiburg als ich in Frankreich gelebt hatte. Ab 2001 sind Afghanistan und seine Problematiken in mein Leben gekommen: eine andere Kultur und eine neue Welt. Die Idee und die Vorstellung, dass meine professionelle Erfahrung nützlich sein könnte, führten dazu, dass ich 2004 im Rahmen des Freiburger Vereins Deutsch-Afghanisch-Initiative e.V. ein Stickprojekt ins Leben rief. Seitdem betreue ich die Zusammenarbeit mit über 200 Frauen auf dem Land. Bis zu vier Reisen pro Jahr und unzählige Begegnungen mit den Stickerinnen vor Ort gaben mir immer wieder die Möglichkeit, in diese Kultur einzutauchen. Da etwa 9 von 10 Männern arbeitslos sind, sichern die Stickerinnen mit ihrem Lohn die Versorgung der Familie – für afghanische Verhältnisse eine sehr ungewöhnliche, aber dennoch zufriedenstellende Situation. Die Stickereien werden in Europa angeboten und dienen als Ausgangsmaterial für transkulturelle Kunstprojekte. Das entstehende Gemeinschaftsobjekt spiegelt die Unterschiedlichkeit der Lebensverhältnisse wider und zeigt zugleich das Zusammenwirken zweier Kulturen.
Wo: Im historischen Saal Gasthaus Schützen, Schützenalle 12, 79102 Freiburg im Breisgau
Nicht nur in den Alpen schmelzen die Gletscher – auch in Peru. 70 Prozent der Tropengletscher liegen in den peruanischen Anden. Einer von ihnen, der gigantische Quelccaya-Gletscher in der Region Cusco wird in den nächsten 30 Jahren komplett verschwinden. Die peruanische Fotografin Angela Ponce hat eine Quechua-Gemeinschaft am Fuß des Gletschers über lange Zeit begleitet. Ihre Fotos zeigen auf eindrückliche Weise, welche Bedeutung der Gletscher und sein Wasser für die Hirtengemeinde haben und wie das Leben aufgrund des Klimawandels und der Gletscherschmelze immer schwieriger wird.
Vom 29. Apri bis 28. August | Öffnungszeiten 12 bis 19 Uhr
Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 29. April, um 19 Uhr
mit einer Einführung, Musik vom Duo Vilcabamba, Sekt und peruanischen Knabbereien.
Veranstaltungsort: DAV Freiburg Sektionshaus, Lörracher Str. 20a, 79100 Freiburg
Eintritt frei
Veranstalter: DAV Freiburg, Informationsstelle Peru e.V.
Abschiebungen in afrikanische Länder stehen zunehmend in der Kritik. Mit der Veranstaltung wollen wir einen Raum für polistische Einordnung, Austausch und Perspektiven für eine menschenwürdige Migrationspolitik bieten.
15. April 2026, 19:30–21:00 Uhr „Staatliche Gewalt bei Abschiebungen – Nigeria als Beispiel“
Ort: Hebelschule (Mensa), Engelbergerstraße 2, 79106 Freiburg i. Br.
Referent: Rex Osa
Regionaler Werkstatt- und Vernetzungstag „Miteinander gestalten – Gesellschaft zusammenbringen“
Aktive aus Landwirtschaft, Ernährungswesen, Wohnungsbau, IT, Forschung, Bildung, sozialen und ökologischen Initiativen treffen sich
am Samstag, 18. April 2026, von 13:00 bis 18:00 Uhr,
im Evang. Gemeindehaus, Schwarzwaldstr. 7, Bad Krozingen,
um sich besser zu vernetzen. Gemeinsame Vision ist eine resiliente Region, die durch faires Wirtschaften und Gestalten den Menschen und der Natur dient, regionale Strukturen erhält und stärkt. Orientierung bietet die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) mit ihren Wertesäulen.
Eingeladen sind alle Neugierigen, Interessierten und Engagierten mit Lust auf Kooperation.
Die Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung und weitere Informationen gibt es unter diesem Link:
40 Jahre Ökostation Freiburg! Eine herzliche Einladung zur Jubiläumsfeier am 18. April 2026.
Die Ökostation Freiburg feiert am Samstag, 18. April 2026 ihr 40-jähriges Bestehen. Seit 1986 ist sie ein zentraler Ort für Umwelt-, Natur- und Klimabildung in Freiburg. Zur öffentlichen Jubiläumsfeier lädt die Ökostation mit einem vielfältigen Programm aus Mitmachaktionen, Führungen, Musik und Leckereien aus der Region.
Programm
14.00, Ankommen und Musik: Jugendorchester
14.30Offizielle Eröffnung durch die Geschäftsleitung Svenja Fugmann und Stefanie Koch: Wir stoßen an mit Oberbürgermeister Martin Horn und Stephanie Rebsch, Geschäftsführerin Stiftung Naturschutzfonds BW.
15.00 Musik: Jugaad Trio
15.00 bis 17.00Mitmachaktionen für Groß & Klein: Die Ökostation Heute und Morgen, Teiche, Totholz und Tiergeflüster entdecken, Upcycling Werkstatt, Seepark Rallye, Lagerfeuerküche und vieles mehr.
15.00 & 16.00 & 17.00 Gartenführung für die Großen und Gartenrallye für die Kleinen
16.00 Unser Wimmelbuch »Die Ökostation wimmelt«, Vorstellung und Signierstunde durch den Illustrator Tilmann Waldvogel.
17.30 Insekten-Gruselgeschichten am Lagerfeuer
18.00 Musik: The Moonshine Pack
Jubiläumssuppe & Holzofen Pizza, Kaffee, Kuchen & Waffeln und ein Saftladen. Lasst euch überraschen…!
Die Sammlung zeigt Stickkunst aus dem Programm GULDUSI aus den Jahren 2006 bis 2025. Der Name GULDUSI leitet sich von dem lokalen Farsi-Begriff für „Stickerei“ ab und wurde 2004 von Pascale Goldenberg im Rahmen der Deutsch-Afghanischen Initiative e.V. (DAI) aus Freiburg in der Dorfansammlung Laghmani, etwa 60 km nördlich von Kabul, ins Leben gerufen.
Afghanische Autorinnen im deutschen Exil reflektieren diese singulären kleinen Kunstwerke poetisch oder verbinden die Bilder mit eigenem Erleben.
Bei unserer Future Fashion Aktion wollen wir auf anschauliche und spielerische Weise (Quizpong, Mitmachangebote) informieren zu den globalen Problemen mit Fast Fashion. Junge Menschen werden im Rahmen einer Ausstellung ihre Erfahrungen aus einem europäischen Austausch vorstellen und zum Engagement für faire Mode und Upcycling einladen.
Zielgruppe: alle ab ca. 12 Jahren.
Eine Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums 22 Jahre EWFF
Austausch und Diskussion mit zwei indigenen Umweltwächter*innen aus Peru
Das Amazonasgebiet steht mehr denn je im Fokus globaler Aufmerksamkeit. In den letzten Jahren waren die Trockenphasen in Amazonien so extrem, dass ganze Flüsse austrockneten und Waldbrände deutlich zunahmen. Die Ausweitung (illegaler) Goldminen in indigene Territorien, der Abbau natürlicher Ressourcen wie Gas, illegale Abholzung sowie der Anbau von Koka nehmen darüber hinaus stetig zu. Dies erhöht den Druck auf die Lebensräume indigener Gemeinschaften und die natürlichen Ökosysteme der Region.
Angesichts dieser Situation stärken indigene Gemeinschaften ihre lokale Monitoring- und Überwachungspraxis in Kooperationen mit NGOs und staatlichen Akteuren sowie durch den Einsatz neuer Technologien wie Smartphones, GPS und Drohnen. Auch Unternehmen im Rohstoffsektor werden zunehmend verpflichtet, ihre Aktivitäten transparent überwachen zu lassen – in Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften.
An diesem Abend kommen wir mit zwei ehemaligen indigenen Umweltwächter*innen aus Peru ins Gespräch, die auf jahrelange Erfahrung im gemeindebasierten Umweltmonitoring zurückblicken und ihre Perspektiven, Kenntnisse und Praxis mit uns teilen.
Marlene Piñarreal Serrano (Machiguenga) ist ehemalige Umweltwächterin im unteren Urubambatal und hat viele Jahre die Gasausbeutung in Camisea überwacht
Luis Miguel Tayori Kendero (Harakbut) ist ehemaliger Leiter des Überwachungs- und Kontrollsystems des Kommunalreservats Amarakaeri in Madre de Dios und hat u.a. Ausbildungskurse geleitet.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch mit Übersetzung statt.
Eintritt frei.
Veranstalter: Volkshochschule Freiburg, Informationsstelle Peru, Ludwig-Maximilian-Universität München, Forstwissenschaftliche Versuchsanstalt Freiburg, Eine Welt Forum Freiburg
Eine Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums 22 Jahre EWFF